Explanation
Insekten bei natürlichem Licht fotografieren: Licht, Fokus und Bewegung
Natürliches Licht kann sich in seiner Intensität und Richtung verändern, während sich ein Insekt bewegt. Um es bestmöglich zu nutzen, sollte man beobachten, wie es auf das Motiv fällt, den eigenen Schatten vom Motiv fernhalten und Belichtung, Fokus und Stabilität aufeinander abstimmen.
Beobachte das Licht, bevor du näher herangehst
Achte zunächst darauf, wo das Licht hinfällt und welche Schatten es wirft. Bei lichtempfindlichen Insekten wie Schmetterlingen und Fliegen solltest du vermeiden, dass dein Schatten das Motiv erreicht. Außerdem empfiehlt es sich, langsam vorzugehen, denn die verdrängte Luft kann das Tier vertreiben oder seinen Sitzplatz ins Schwanken bringen. Das Licht in den frühen oder späten Tagesstunden ist meist wärmer, und manche Wirbellose bewegen sich dann weniger. Diese Bedingungen können eine Aufnahme begünstigen, garantieren aber weder, dass das Insekt stillhält, noch dass das Bild scharf wird.
Stimme Licht, Bewegung und Schärfe aufeinander ab
Bei wenig Licht erhöht eine lange Belichtungszeit das Risiko von Verwacklungen oder Bewegungsunschärfe des Motivs. Der entomologische Ratgeber empfiehlt, bei Bedarf die ISO-Empfindlichkeit anzupassen, um eine kürzere Belichtungszeit zu ermöglichen; damit gehen jedoch mehr Körnung oder Bildrauschen und ein Verlust an Details einher. Es gibt keine einzelne Einstellung, die immer passt: Die Entscheidung hängt vom verfügbaren Licht, der Bewegung und davon ab, was im Bild erhalten bleiben soll.
Fokussiere bei Makroaufnahmen sorgfältig
Bei Nahaufnahmen kann schon eine kleine Bewegung den fokussierten Bereich verschieben. Die Autoren eines praktischen Feldführers beschreiben, dass bei der Annäherung an einen Arthropoden eine Bewegung von nur einem Millimeter den gewünschten Bereich unscharf machen kann; außerdem weisen sie darauf hin, dass der scharfe Bereich möglicherweise nur wenige Millimeter tief ist. Deshalb ist es wichtig, sowohl auf den Fokus als auch auf die Stabilität zu achten, ohne zu erwarten, dass eine einzelne Einstellung Schwankungen bei Licht und Bewegung von selbst ausgleicht.
Nutze Fotografien als Beispiele, nicht als Rezepte
Die veröffentlichten Bilder zeigen unterschiedliche Szenen und Entscheidungen, aber keinen Vergleich von Techniken. Bei einer Fotografie von Bienen, die in der Abenddämmerung auf Gräsern sitzen, nennt die Bildunterschrift Objektiv, Belichtungszeit, Blende und ISO, gibt aber keine künstliche Lichtquelle an. Daher lässt sich daraus allein nicht schließen, dass ausschließlich natürliches Licht verwendet wurde.
Die Bildunterschrift einer Heuschrecke, die fotografiert wurde, als die Sonne durch den Herbstnebel aufging, gibt dagegen an, dass ein Blitz und ein Diffusor verwendet wurden. Die Szene veranschaulicht, dass das Erscheinungsbild des Umgebungslichts allein nicht die gesamte verwendete Ausrüstung erkennen lässt. Keines der Beispiele legt eine universelle Einstellung fest oder belegt, dass natürliches Licht dem Blitz überlegen ist.
Quellen
- Morning Hopper | Wildlife Photographer of the Year · www.nhm.ac.uk
- Bee Line | Wildlife Photographer of the Year · www.nhm.ac.uk
- Insect photography · Amateur Entomologists’ Society
- Photographing Insects in the Field: Basic Tips for Success · Entomological Society of America