Explanation
Schritt, Trab und Galopp: drei Arten, die Schritte zu koordinieren
Im Schritt bleibt immer mindestens ein Huf am Boden; der Trab wechselt diagonale Beinpaare mit einer Schwebephase ab, und der Galopp ordnet die Stützphasen in einer asymmetrischen Folge.
Ein Schrittzyklus, von einer Stützphase zur nächsten
Eine hilfreiche Möglichkeit, die Gangarten zu vergleichen, ist, dasselbe Bein über einen vollständigen Zyklus zu verfolgen: von einer Position bis zu seiner Rückkehr in diese Position. In diesem Zyklus wechseln sich die Stützphase, in der der Huf den Boden berührt, und die Schwungphase ab, in der sich das Bein in der Luft befindet. Die Koordination der Beine und des Körpers erzeugt die rhythmische Folge, die die Vorwärtsbewegung ermöglicht.
Der Schritt: sich überlappende Stützphasen
Der Schritt ist eine symmetrische Gangart mit vier Takten. Die vom IFCE beschriebene Folge lautet: rechtes Hinterbein, rechtes Vorderbein, linkes Hinterbein und linkes Vorderbein. Die Stützphasen überlappen sich: Mindestens ein Bein hat immer Bodenkontakt, daher gibt es keine Schwebephase. Zwischen versammeltem und verlängertem Schritt steigt die angegebene Geschwindigkeit von 1,2 auf 1,8 m/s, hauptsächlich weil sich die Schrittlänge vergrößert.
Der Trab: diagonale Beinpaare und Schwebephase
Im Trab sind die Fußtritte in zwei diagonalen Paaren gruppiert: zuerst ein Diagonalpaar, dann eine Schwebephase und anschließend das gegenüberliegende Diagonalpaar. Deshalb wird der Trab als gesprungene, symmetrische Gangart klassifiziert. Das IFCE-Merkblatt fasst für die verschiedenen Trabvarianten Geschwindigkeiten von 2,8 bis 14,2 m/s zusammen; dies ist keine einzelne Geschwindigkeit, die für jedes Pferd oder jede Situation gilt. Bei hohen Geschwindigkeiten oder in bestimmten Zusammenhängen können die Diagonalpaare ihre Synchronität verlieren, sodass der Rhythmus als Viertakt wahrgenommen werden kann.
Der Galopp: eine asymmetrische Folge
Der Galopp ist asymmetrisch und wird als Dreitakt beschrieben. Im Linksgalopp lautet die angegebene Folge: rechtes Hinterbein, rechtes Diagonalpaar und linkes Vorderbein; im Rechtsgalopp sind die Seiten vertauscht. Zwischen den Fußtritten der beiden Beine des Diagonalpaars kann ein leichter zeitlicher Abstand auftreten, besonders im versammelten Galopp. Das IFCE-Merkblatt weist darauf hin, dass dieser Unterschied – im angeführten Beispiel etwa 30 Millisekunden – mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist.
Das Muster hängt vom Kontext ab
Die Zahlen und Folgen beschreiben Muster und keine für jedes Individuum und jede Geschwindigkeit identische Regel. Die biomechanische Übersichtsarbeit befasst sich mit Dressurpferden und untersucht unter anderem den versammelten Trab; ihre Ergebnisse aus diesem Zusammenhang dürfen nicht mit einer universellen Beschreibung des Trabs verwechselt werden. Im Allgemeinen ist es zuverlässiger, eine Gangart anhand der Folge der Fußtritte zu bestimmen, als bei schneller Bewegung des Pferdes die Position jedes Beins mit bloßem Auge zu unterscheiden.
Quellen
- A Review of Biomechanical Gait Classification with Reference ... · pmc.ncbi.nlm.nih.gov
- Les allures du cheval : des définitions et des chiffres · Institut français du cheval et de l’équitation